Lausitz

Mindestlohnerhöhung – Frauen profitieren häufiger laut Statistik

today4. Juli 2023 1

Hintergrund
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Sachsen – In Sachsen profitierten zuletzt mehr Frauen als Männer von der Erhöhung des Mindestlohns.

© Sachsen Fernsehen

Das Statistische Landesamt gab bekannt, dass sich bei 21 Prozent der weiblichen Beschäftigungsverhältnisse ein Anstieg ergab, während es bei den männlichen Beschäftigten knapp 16 Prozent waren. Insgesamt waren rund 314.000 Arbeitsplätze von der Erhöhung betroffen, was etwa 18,3 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse ausmachte. Vor der Erhöhung lag der Stundenlohn dieser Stellen rechnerisch unter zwölf Euro. Die Betroffenen erhielten infolgedessen 9,1 Prozent mehr Geld.

Im Oktober 2022 lag der mittlere Bruttostundenverdienst für mindestlohnberechtigte Beschäftigte in Sachsen bei 16,85 Euro. Bundesweit betrug dieser Wert 18,94 Euro pro Stunde.

Der Mindestlohn wurde im Oktober 2022 von 10,45 auf 12 Euro pro Stunde angehoben.

Daniela Kolbe, stellvertretende sächsische DGB-Chefin, betrachtet die Erhöhung des Mindestlohns als Erfolg. Allerdings wurde die Erhöhung in den letzten Jahren durch die Inflation aufgezehrt. Sie erklärte, dass eine deutliche Erhöhung auf mindestens 13,50 Euro notwendig gewesen wäre, um auch die Vorgaben der EU-Mindestlohnrichtlinie zu erfüllen. Kolbe bezeichnete es als Skandal, dass für die kommenden Jahre lediglich eine minimale Erhöhung vorgeschlagen wurde, was zu Reallohnverlusten für die Beschäftigten im Mindestlohnbereich führen würde. Um den Niedriglohnbereich effektiv zu bekämpfen, sei nicht nur eine Erhöhung des Mindestlohns erforderlich, sondern auch eine größere Anzahl an Tarifverträgen und eine höhere Tarifbindung.

In der vergangenen Woche hat die Mindestlohnkommission empfohlen, den gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland ab dem 1. Januar 2024 von 12,00 auf 12,41 Euro und ein Jahr später auf 12,82 Euro anzuheben. (mit dpa)

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