Lausitz

Anklage gegen Ärztin wegen falscher Corona-Atteste

today12. Juli 2023 2

Hintergrund
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Dresden – Die Staatsanwaltschaft Dresden hat eine Ärztin angeklagt, die während der Corona-Pandemie angeblich Hunderte von gefälschten Gesundheitszeugnissen ausgestellt haben soll.

© xcitepress

Laut der Staatsanwaltschaft soll die 66-Jährige seit Beginn der Pandemie in 549 Fällen falsche Gesundheitszeugnisse ausgestellt haben. In 188 Fällen wird ihr gewerbsmäßiges Handeln vorgeworfen. Insgesamt soll sie dadurch mehr als 29.700 Euro eingenommen haben.

Der Ärztin wird vorgeworfen, gewerbsmäßig sogenannte Gefälligkeitsatteste ausgestellt zu haben. Diese Bescheinigungen sollen den Patientinnen und Patienten fälschlicherweise bestätigt haben, dass das Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken negative Auswirkungen auf sie habe, ein allgemeines Impfverbot bestehe oder dass Corona-Tests nur über den Speichel durchgeführt werden könnten. Laut der Staatsanwaltschaft wurden diese Atteste ohne jegliche eigene Untersuchungen, Anamneseerhebungen oder Überprüfung der medizinischen Befunde ausgestellt.

Darüber hinaus wird der Ärztin vorgeworfen, ungültige PCR-Testnachweise und Antigen-Schnelltestnachweise ausgestellt zu haben. 

Sie soll für jede Testbescheinigung mindestens 25 Euro verlangt haben. Die Beschuldigte wird der Reichsbürgerszene zugeordnet und bezeichnet sich selbst als Angehörige des „Indigenen Volkes der Germaniten“. Die Frau befindet sich seit Februar in Untersuchungshaft und hat bereits eine Vorstrafe. Bisher hat sie zu den Vorwürfen keine Angaben gemacht. Das Landgericht wird nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens und die Zulassung der Anklage entscheiden. (mit dpa)

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